Ergotherapie
Was ist Ergotherapie?
Ergotherapie ist eine medizinisch-therapeutische Leistung. Sie wird ärztlich verordnet und von der Krankenkassa finanziert. Der Begriff Ergotherapie ist vom griechischen „ergein“ (handeln, tätig sein) abgeleitet. Sinnvolles Tätigsein stellt einen wesentlichen Teil menschlichen Lebens dar. Ergotherapie nutzt spezifisch ausgewählte Aktivitäten um die Gesundheit und Handlungskompetenz des Menschen zu fördern.
Ergotherapie kommt bei vielfältigen Krankheitsbildern und bei Menschen jeden Alters zum Einsatz. In meiner therapeutischen Arbeit habe ich mich auf die Begleitung von Kindern und ihren Familien spezialisiert.
Die Ergotherapie hilft Kindern ihr Leben erfolgreichzu meistern und ihre Alltagsaufgaben leichter zu bewältigen.
Wobei kann Ergotherapie helfen?
Hier ein paar Beispiele aus meiner Praxis, bei denen sich die ergotherapeutische Arbeit mit den Kindern und Eltern gelohnt hat:
Bequeme Paschas
… „Faule“ und „verwöhnte“ Kinder und
die Handlungskompetenz …
Vater von Tobias: „Tobias lässt immer die anderen seine Sachen erledigen. Von selbst macht er rein gar nichts. Früher dachte ich, er will nicht selbständig werden und ist einfach zu faul. Erst durch die Ergotherapie habe ich begonnen, Tobias Verhalten und die zugrunde liegenden Probleme zu verstehen. Seit damals geht es uns allen viel besser und Tobias hat sich prächtig entwickelt.“
Angsthasen
… sensible und unsichere Kinder und
die Stärkung des Selbstbewusstseins …
Mutter von Martin: „Martin ist so ein Mama-Kind. Er fühlt sich nur wohl und sicher, wenn er bei mir sitz und wenn er an die Hand genommen wird. Wenn andere Kinder spielen, schaut er immer nur zu. Durch die Ergotherapie ist Martin viel offener und selbstsicherer geworden. Er geht jetzt sogar auf andere Kinder zu und spielt mit ihnen. Ich bin ganz glücklich über die Entwicklung von Martin.“
Zappelphilipps
... unruhige Kinder und das
Sich-Selbst-Spüren …
Mutter von Lena: „Lena kann einfach nicht ruhig sitzen oder stehen. Was sie zu spielen beginnt, bleibt meist halbfertig liegen. Ständig zappelt sie herum. Sie ist sehr unvorsichtig und wenn ich ihr etwas erkläre, hört sie mir meist gar nicht richtig zu. durch die Ergotherapie ist Lena viel ruhiger und ausgeglichener geworden. Irgendwie konzentriert sie sich jetzt mehr und erledigt ihre Aufgaben selbständiger.“
kleine Tolpatsche
... Unglücksraben und die
Grob- und Feinmotorik …
Vater von Lukas: “Egal, was Lukas angreift, bei ihm ist immer Chaos. Alles, was er in die Hände nimmt, wird zerknödelt oder kaputt. Er ist auch bei allem schlampig. Im Umgang mit anderen Kindern ist er oft grob, dabei ist er so ein lieber Bub. Mit Hilfe der Ergotherapie kann Lukas jetzt seine Bewegungsabläufe besser kontrollieren und dosieren und ist auch achtsamer im Umgang mit anderen geworden.“
Schreibabys
… Verkrampfte und unglückliche Kinder
und die sensorische Regulierung …
Mutter von Sarah: „Alle haben mir gute Tipps gegeben, aber bei Sarah hat irgendwie gar nichts geholfen. Sie hat immer wie am Spieß geschrien, egal ob ich sie hochhob, in ihr Bettchen legte oder umdrehte. Sie wirkte immer so verkrampft und unglücklich, obwohl ich alles für sie machte. Mit den Tipps der Ergotherapeutin zur besseren sensorischen Regulierung haben wir unseren Alltag wieder in den Griff bekommen.“
Was unterstützt die Ergotherapie?

Bewegungsentwicklung
Grobmotorische Koordination und ein gelungenes Zusammenspiel von Gleichgewicht und Körperwahrnehmung sind die Basis für Bewegungssicherheit und Selbstbewusstsein von Kindern. Feinmotorische Geschicklichkeit ermöglicht Selbständigkeit bei den täglichen Aufgaben sowie flüssiges Schreiben in der Schule.

Wahrnehmungsverarbeitung
Eine gute Verarbeitung der Sinnesreize bildet die Grundlage für gerichtete Aufmerksamkeit und Selbständigkeit. Weiters unterstützt sie die Fähigkeit Ordnung zu halten und Aktivitäten und Aufgaben fertigzustellen. Gute räumliche Wahrnehmung wird bei vielen alltäglichen Dingen benötigt, wie z.B. dem richtigen Anziehen von Jacke und Schuhen, dem Binden von Knoten und Maschen etc. Sie ist Grundlage fast aller schulischer Anforderungen: Orientierung am Blatt, Lesen, Schreiben, mathematisches Verständnis.

Handlungskompetenz
Durch praktische Übungen und sinnvolle Erfahrungen lernen Kinder die Wirkung und Auswirkungen ihres Tuns einzuschätzen und komplexe Aufgaben kompetent zu lösen.

Persönlichkeitsentwicklung
Im wertschätzenden therapeutischen Setting entsteht eine vertrauensvolle Beziehung, die Lebensfreude, Kommunikationsfähigkeit, lösungsorientiertes Denken und einen gesunden Umgang mit Fehlern fördert. Gleichzeitig lernt Ihr Kind, die eigenen Bedürfnisse und die anderer besser wahrzunehmen. In unseren gemeinsamen Aktivitäten erlebt es sich als kompetent, angenommen und geschätzt.